Reprise: 24. Medienforum.NRW
Was gibt es über das Medienforum.NRW zu berichten, dass es nicht irgendwo schon zu lesen gibt?! Ich hatte die Chance heute dort zu sein: Neben Give-aways und die, dem schnellen Tippen geschuldete, miese Rechtschreibung in meinen Tweets, verkündete der Microsoft Deutschland Chef Ralph Haupter (mittlerweile Microsoft Deutschland Chef A.D.) die »PC plus Ära!!!« (statt der »Mobile Revolution«): PC + Information As A Service, PC + Platform As A Service, PC + Software As A Service, PC + What? You can actually call that a service?! … Der PC ist nicht tot, sondern jetzt (mehr) in der Cloud!
Die zweite Session, der ich auf Empfehlung beiwohnte, war aus dem »Open Government Summit«-Block und wesentlich erhellender: Nach einer kurzen Keynote wurde in einem Panel über Open Government gesprochen und zwar, gefühlt, wesentlich allgemeiner als der Untertitel, »Open Governance als Ausgangspunkt für eine neue Netzpolitik«, andeutete. Ein paar Punkte, die mir dabei besonders aufgefallen sind:
- Christoph Meineke, Bürgermeister von Wennigsen, berichtet aus der Praxis, dass auch viele ältere Menschen (60+) neugierig auf online Partizipations-Plattformen sind.
- Bei der Diskussion um die sogenannte »Transparenz« muss aufgepasst werden, dabei das eigentliche Ziel, Entscheidungen und Prozesse verständlich zu machen, nicht auf der Strecke bleibt, da mit Transparenz oftmals OpenData gleichgesetzt wird und die Entscheidungen und Prozesse undurchsichtig bleiben. Zudem sind einige Prozesse, die Daten generieren, welche dann als vermeintliche »Transparenz« als OpenData veröffentlicht werden, derart komplex, dass ohne ein Verständnis für die Prozesse die Daten wertlos sind – und somit ist auch keine echte Transparenz gewonnen.
- Es bedarf einer neuen Fehler-Kultur in der Gesellschaft, die Fehler nicht als Scheitern sondern als Chance zum Lernen wahrnimmt – m.M.n. eine wichtige und richtige Forderung, da unsere Gesellschaft immer noch sehr Leistungs- und Erfolgsorientiert ist.
In der dritten Session, nach der Mittagspause, verließ mich langsam mein Akku, was schade war, da gerade das Panel »Anforderungen der Branche für Interactive Media« mit dem Schwerpunkt auf Games sehr interessant und sehr erfrischend war. Als Jemand wie ich, der mit Computer-Spielen quasi groß geworden ist, mag es verwundern, dass jetzt erst in Deutschland darüber diskutiert wird, wie Spiele-Entwickler in Zukunft ausgebildet werden sollen, wenn man aber die Geschichte Spiele-Industrie mit der der Film-Industrie vergleicht und zudem bedenkt, wie kurz Computer-Spiele erst wirklich gesellschaftlich etabliert sind (und ihr Schmuddel-Killerspiele-Image abgeworfen haben), ergibt der Zeitpunkt durchaus Sinn (auch wenn ich ihn mir wesentlich früher gewünscht hätte).
Andererseits sind derzeit viele fähige Leute in der Spiele-Branche gefragt und die Chancen für Quereinsteiger stehen gut, da es (noch) kaum speziell ausgebildete Fachkräfte gibt und die meisten, auf dem Panel alle, Quereinsteiger sind.
Nach der dritten Session versackten @DerOwie und ich im Gespräch über Medien und Medientechnik an der Kaffeebar, was ein ganz schöner Abschluss für diese Veranstaltung war. Zuvor konnte ich mich noch kurz mit dem, vor allem wegen seiner Blogs von mir sehr geschätzte, Torsten Kleinz (@publictorsten) (gute taz-Artikel schreibt er u.a. auch) unterhalten und traf, kurz bevor ich ging, doch noch, wie gehofft, auf die @AChristofori.
Kurzen Dank nochmal an das Twitter-Team von @mefonrw für die Hilfe beim WLAN – hat dann ganz gut funktioniert.


