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»Theater macht reich!« – Die 24h von Wuppertal (Update)

»Wir spielen euch das Lied vom Tod« steht in roten Majuskeln auf einem Banner am Wuppertaler Schauspielhaus. Denn das prestigeträchtige Theater, das u.a. durch das Tanztheater von Pina Bausch zu (weltweitem) Ruhm gekommen ist, soll aufgrund von Spar-Maßnahmen in absehbarer Zeit geschlossen werden.

Die Schließung wäre für die Stadt, die sich – so gibt die Kommunal-Regierung vor – darum bemüht attraktiver für Menschen (und explizit junge Familien) zu werden, um dem stetigen Bevölkerungsrückgang entgegen zu wirken, ein noch größeres Armutszeugnis als die ohnehin schon leere Stadtkasse. Höhere Attraktivität und Kürzungen in Bildung und Kultur stehen, meiner Meinung nach, in einem krassen Widerspruch!
Böse Zungen behaupten sogar, der Tod von Pina Bausch im vergangenen Juni wäre der kommunalen Regierung sehr gelegen gekommen, um endlich das Schauspielhaus einsparen zu können.
Doch soweit möchte ich nicht gehen. Aber ich denke, wenn das Schauspielhaus, dass in den letzten Monaten mit einigen sehr guten Aufführungen brillieren konnte und mich sehr fasziniert hat, einmal geschlossen wurde, wird es nicht wieder kommen, falls mal wieder etwas mehr Geld in der Stadtkasse ist. Bei den Wuppertaler Bühnen befürchtet man sogar, dass, wenn mit dem einsparen des Schauspielhauses einmal das Eis gebrochen ist, längerfristig sogar das Opernhaus, das letztes Jahr erst, nach aufwendiger Renovierung, wiedereröffnet wurde, geschlossen wird.

Das Bündnis Wuppertal wehrt sich hat deshalb in Kooperation mit den Wuppertaler Bühnen die Aktion »Theater macht reich!« – Die 24h von Wuppertal gestartet: Von Freitag, den 29. Januar bis Samstag, den 30. Januar, von 22 Uhr bis 22 Uhr wird das Wuppertaler Schauspielhaus 24 Stunden lang bespielt. Darüber hinaus sind weitere Aktionen im und vor dem Schauspielhaus geplant. Der Eintritt ist frei!

Von den Wuppertaler Bühnen gibt es ein offizielles Programm (PDF), vom Bündnis Wuppertal wehrt sich gibt es ein weiteres, ausführlicheres Programm (Pressemitteilung (PDF)) mit all ihren Aktionen, sowie ein weiteres umfassendes, inoffizielles Programm (PDF) von Anni Roolf.

Für Fragen und Vernetzung gibt es eine Facebook-Gruppe, sowie -Profil und -Event (Update: Ein weiteres Facebook-Event). Darüber hinaus gibt es auch Gruppen im SchülerVZ und StudiVZ.

(Vielen Dank an Tobias für die Bereitstellung der Fotos.)

Update 2010-01-23: Offizieller Flyer/Programm der Wuppertaler Bühnen hinzugefügt.
Update 2010-01-28: Ein weiteres Facebook-Event eingepflegt, auf das mich Anni Roolf aufmerksam machte.

4 Kommentare & Trackbacks

  1. volker fahrney am 18. April 2010 um 19:36:

    Leserbrief
    Schauspielhaus; noch einmal und dann nimmermehr. Wim Wenders 3D-Tanzfilm über Pina Bausch
    “Der erste große Drehtag im Schauspielhaus ist Montag, der 12. April. Wim möchte an diesem Tag Totale mit „Publikum“ drehen .Dazu brauchen wir 80 Leute aus unseren Familien- und Freundeskreisen, die Lust und vor allem Zeit haben, am Montag, den 12. April von 10:00 bis 19:00 Uhr durchgehend am Set zu sein. Es gibt kein Geld dafür, aber gute Verpflegung (catering) und sicher auch Spaß und einen spannenden Tag.“
    Nur 80 Auserwählte, verteilt auf die ersten vier Reihen, durften ihrer Begeisterung freien Lauf lassen. Zwei mal wurde Kontakthof gegeben. Wim Wenders hatte uns mit dem Hinweis begrüßt: „ Sie sind wahrscheinlich die letzten Zuschauer, die auf diesen Stühlen sitzen“! Warum, wo doch unser Schauspielhaus seit Jahrzehnten eine wunderbare und gut funktionierende Spielstätte ist?
    Grund ist der Brand am Düsseldorfer Flughafen, eine Verkettung unglücklicher Umstände.
    Rückblick: Bei Fahrbahnarbeiten floss brennender Teer in einen Lüftungskanal. Hier und jetzt hätte eine gute Fee oder ein Rauchmelder das Gebläse ausschalten müssen. Die Katastrophe wäre verhindert worden. Aber es gibt keine Fee und auch keine Rauchmelder in Lüftungskanälen. Also fachte Frischluft den brennenden Teer (Brandlast) an und blies giftigen Qualm bis in den letzten Winkel des Flughafengebäudes. Hier erstickten die Opfer, von undurchdringlichen Glasfronten gefangen.
    Als Konsequenz entstanden unbezahlbare Bauvorschriften die für alle Gebäude mit Lüftungskanälen gelten und für unser Schauspielhaus das Aus bedeuten.
    Zunehmend wird technischer Sachverstand und Verantwortung durch Juristen ersetzt. Vor Eschede hätte der mutige Griff zur Notbremse die ICE Katastrophe verhindert. Der entgleiste Radsatz hatte schon 6 km vorher deutliche Klopfzeichen gegeben.
    Nach der Entdeckung eines Risses im Gerüst unserer Schwebebahn wurde der Eindruck vermittelt, das 100 Jahre alte Bauwerk könnte möglicherweise, jedenfalls nicht auszuschließen, im Vorweihnachtstrubel wie ein Kartenhaus zusammenfallen.
    Es gibt keine 100% Sicherheit, selbst wenn diese fünffach eingeplant wurde. Wenn in Köln mit krimineller Energie 80% des Bewehrungseisens gestohlen wurde, finden sich sogar Sprecher, die die verbliebenen 20% als ausreichend bezeichnen und mutmaßlich keine Ursache für den Einsturz des Stadtarchivs darin sehen.

    16.4.2010

    Volker Fahrney Reihe 1 Platz 18
    Brillerstr 1B
    42103 Wuppertal
    0202 2574864

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