1. Resumé der Infotage an der Universität Wuppertal
Gestern und heute war ich – wie ich Anfang letzter Woche angedeutet habe – an der Bergischen Universität bei den Schüler-Informationstagen: Gestern Informatik und Philosophie und heute Germanistik. Heute kann ich nun ein erstes Resumé für die besuchten Studienfächer ziehen:
- Informatik: Kommt für mich in Wuppertal nicht frage. Ob ich es kategorisch als Studium ausschließe, weiß ich noch nicht sicher; aber ich bin mir sicher, dass ich es, wenn, nicht in Wuppertal studieren möchte, da Informatik dort nur im Kombinatorischen Bachelor of Arts oder als Bachelor of Applied Science angeboten wird und es mir dann nicht die Tiefe bietet, die ich dann möchte (so fehlt an der Universität Wuppertal zum Beispiel komplett die Theoretische Informatik). Bei einem Kombinatorischen Bachelor of Arts muss Informatik mit einem weiterm Studienfach kombiniert werden (allerdings darf dies nicht Mathematik, Physik oder Chemie sein). Beim Bachelor of Applied Science muss Informatik mit Mathematik, Physik oder Chemie kombiniert werden. Beide Möglichkeiten führen aber in Wuppertal leider nicht zu einem reinem Bachelor/Master-Studium wie ich es für Informatik anstreben würde.
- Philosophie: Hatte ich bis gestern eher abgeschrieben, aber die Informationsveranstaltung hat meinem Interesse neuen Schwung gegeben und ich denke im Moment: Ja, das könnte es sein! Mein Interesse ist auf jeden Fall da. Der Professor und der abbestellte Student haben mich auf jeden Fall motiviert. Ziel des Studiums ist es, dem Studierendem das Philosophieren nahe zu bringen und ihm den sogenannten Common Sense (also das, was die meisten Menschen auf der Straße meinen zu wissen) auszutreiben und kritisches Denken und Fragen nahe zubringen.
Dazu kommen natürlich die Grundlagen der Philosophie und die Theorien der großen Philosophen. Dabei ist das Studium nicht in historische Abschnitte der Philosophie sondern in Themengebiete der Philosophie gegliedert (etwa Logik, Sprachphilosophie, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie oder Ethik, Anthropologie, Religionsphilosophie (Praktische Philosophie 1)). Im Rahmen dieser, insgesamt sechs, Module werden verschiedene Vorlesungen und Seminare angeboten, von denen eine bestimmte Anzahl absolviert werden muss, bei dessen Auswahl man allerdings völlig frei ist und man sich von seinem Interesse leiten lassen sollte. Wenn es einem nicht gefällt, kann man immer noch in eine andere Veranstaltung gehen (so der Tenor). - Germanistik: Hatte ich bis heute eigentlich sehr favorisiert, aber nach der Info-Veranstaltung bin ich mir dessen nicht mehr so sicher. Zudem wird es auf Germanistik auf jeden Fall einen Orts-NC geben. Dieser lag in der Bewerbungsphase zum Wintersemester 2008/2009 zu Beginn bei 2,0; im ersten Nachrückverfahren bei 2,2; und im zweiten Nachrückverfahren bei 2,4. Ansonsten kommt man nur noch über ein Auslosungsverfahren, nach den beiden Nachrückverfahren, in den Studiengang oder man muss sich auf die Warteliste setzen lassen. Aber der NC, als Zugangsvoraussetzung, ist nur ein Punkt der mich zweifeln lässt.
Das Germanistik-Studium umfasst vier große Themengebiete:- Mediävistik: Die Behandlung der deutschen Sprache und Literatur zur Zeit des Mittelalters.
- Sprachwissenschaften: Aufbau und Charakteristika der Sprache bzw. was eine Sprache ist und sie Auszeichnet.
- Neuere deutsche Literatur: Analyse und arbeiten mit von Texten von Goethe, Schiller, Fontane, etc.
- Didaktik: Anwenden der gelernten Methoden und des Wissens.
Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich für Mediävistik und Sprachwissenschaften so begeistern kann, wie es die beiden Themengebiete im Rahmen des Studiums nötig hätten. Die beiden letzten Themengebiete, Neuere deutsche Literatur und Didaktik, reizen mich dagegen allerdings sehr. Aber vielleicht kann ich diese als Optionale-Module bei einer anderen Fächerkombination bei einem Kombinatorischen Bachelor of Arts dazu wählen.
Was sicherlich noch interessant zu erwähnen ist, dass im Rahmen des Germanistik-Studiums ein vier Wöchiges Fachpraktikum absolviert werden muss, in dem man schon einmal eine grobe Richtung vorgeben kann, in der man später vielleicht arbeiten wird bzw. kann (allen Lehramts-Studenten wurde ans Herz gelegt in deine Schule zu gehen). Prinzipiell wurde empfohlen im laufe des Germanistik-Studiums 3-4 relativ zielgerichtete Praktika zu absolvieren und Kontakte zu knüpfen, um eine Orientierung für den späteren Berufszweig zu finden.
Freitag steht noch Druck- und Medientechnologie auf meiner Liste, wobei dieser Studiengang ein komplettes Bachelor/Master-Studium ist. Deshalb werde ich mir am Freitag zusätzlich noch Drucktechnik (das in der Informationsveranstaltung für Druck- und Medientechnologie enthalten ist) und Gestaltungstechnik anhören, denn diese beiden Studienfächer lassen sich im Kombinatorischen Bachelor of Arts mit einem anderen Studienfach (Philosophie?) kombinieren.
Alles im allen waren die Informationstage für mich bisher sehr aufschlussreich und helfen mir gerade sehr bei meiner Orientierung. Die Studenten, die in Philosophie und Germanistik anwesend waren und zum Studium Rede und Antwort standen, haben viele Hemmungen vor dem Studium und den Professoren abgebaut und dazu motiviert, wenn man eine Idee hat, die man gerne im Studium umsetzen möchte, sei es ein Thema für eine Hausarbeit die nicht direkt etwas mit dem aktuelle behandeltem Thema zu tun hat oder ein Studium oder Praktikum in Ausland, soll man einfach offen auf die Professoren zugehen und in den meisten Fällen unterstützen einem die Professoren bei der weiteren Umsetzung. Eigeninitiative ist wichtig.
Vielleicht werde ich mir zu Beginn des Sommersemesters einige Vorlesungen in den Studienfächern Philosophie und Germanistik an der Uni anhören. All zu viel Zeit um dann noch über das passende Studienfach nachzudenken bleibt allerdings leider nicht, denn – Achtung – für Altbbiturienten, wie ich es mit Abi 2008 bin, ist der letzte Einschreibetag in Wuppertal der 31. Mai!
Zum Schluss noch eine kleiner Hinweis für alle Nicht-Studierenden die sich für Philosophie interessieren: Alle zwei Wochen findet im Internationalen Begegnungszentrum der Caritas in der Hühnefeldstraße 54a (Schwebebahnstation Vöklingerstraße) ein Philosophisches Café statt. Auf der Webseite des Fachbereiches Philosophie finden sich die Termine und Themen. Ich konnte leider gestern nicht dort sein, weil ich schon mit Jan, Tina, Jonas und Hubi verabredet war, wäre aber gerne dort gewesen … Naja, in zwei Wochen bin ich dann vielleicht dort …